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Der Arbeitskreis Schwule Geschichte Dortmunds

Der Arbeitskreis Schwule Geschichte Dortmunds im SLADO e.V. forscht seit 2003 zur schwulen Geschichte der Westfalenmetropole. Er hat an der ständigen Ausstellung in der Dortmunder Mahn- und Gedenkstätte Steinwache mitgearbeitet. Er recherchiert und dokumentiert die Geschichte verfolgter schwuler Männer aus Dortmund und dem östlichen Ruhrgebiet. SLADO e.V. gedenkt alljährlich am 1. September den verfolgten Lesben, Schwulen und Transidenten im Innenhof der Steinwache in Dortmund. Der 1. September ist der Jahrestag der Verschärfung des Schandparagrafen 175 des Strafgesetzbuches 1935, aber auch seiner Liberalisierung 1969. Der Arbeitskreis widmet sich darüber hinaus allen Aspekten schwulen Lebens im östlichen Ruhrgebiet, der Verfolgung ebenso wie der Selbstbehauptung.

Stolpersteine
Videoporträts
1. September
Projekt
Steinwache
Mitwirkung

Stolpersteine

Stolpersteine für verfolgte schwule Männer

Der Arbeitskreis hat die Verlegung des ersten Stolpersteins im Ruhrgebiet initiiert, die an einen verfolgten schwulen Mann erinnert. Auf Höhe des Hauses Burgwall 27 erinnert seit 2006 ein Stolperstein an Alex Damm, der sich 1936 angesichts der Entblößung und der bevorstehenden Verfolgung das Leben nahm. Ebenso erinnert in Essen an der Steinstraße 1 ein Stolperstein an den in Dortmund geborenen, von Essen aus verschleppten und im KZ Esterwegen ermordeten Louis Schild.

Videoporträts

Videoporträts

2014 erarbeitete der Arbeitskreis erste Videoporträts verfolgter schwuler Männer aus Dortmund. Im einem Workshop im Rahmen der Hirschfeld-Tage NRW entstand zunächst eine allgemeine Darstellung der Verfolgung, schließlich widmeten sich zwei Porträts dem Leben und Sterben zweier verfolgter Männer: Alex Damm und Louis Schild.

1. September

Kranzniederlegung an der Steinwache

Jährlich am 1. September legt der Schwul-lesbische Arbeitskreis mit seiner Geschichtsgruppe einen Kranz am ehemaligen Gestapo-Gefängnis Steinwache nieder, um an die homosexuellen NS-Opfer zu erinnern. Am 1.9.1935 verschärften die Nationalsozialisten den Anti-Schwulen-Paragrafen 175. Er öffnete Denunzianten Tür und Tor, denn nun musste kein Beischlaf ähnlicher Akt mehr nachgewiesen werden, um im Zuchthaus zu landen, ein tiefer Blick in die Augen genügte. Rund 10.000 schwule Männer wurden vor allem während des Krieges ins KZ gebracht und viele kamen dort um. Weil der Paragraf in der Bundesrepublik fortbestand, wurden die Opfer nicht entschädigt, sondern die Verfolgung setzte sich bis 1969 fort.

Projekt

Projekt „Verfolgt – verschwiegen – vergessen“

Stand bisher die Verfolgung schwuler Männer während des Nationalsozialismus im Blickpunkt der Forschungen des Arbeitskreises, will er sich in Zukunft verstärkt den frühen Jahren der Bundesrepublik widmen. Es gibt noch vieles zu erforschen, die Themen liegen nahe: die andauernde Verfolgung schwuler Männer in den 1950ern, 1960ern und 1970ern, die Emanzipationsbestrebungen (noch zart in den 1960ern, kraftvoll seit den 1970ern), der Aids-Schock der 1980er, die schwule Bürgerrechtsbewegung der 1990er Jahre. Und schließlich gilt es auch, die Situation der Lesben genauer in den Blick zu nehmen.

Steinwache

Dauerausstellung in der Steinwache

Seit Ende 2004 informiert die Dauerausstellung der Dortmunder städtischen Mahn- und Gedenkstätte Steinwache zu „Widerstand und Verfolgung in Dortmund“ auch an die Verfolgung von Lesben und Schwulen in der Zeit des Nationalsozialismus. Der Arbeitskreis hat bei der Konzeption der Ausstellungstafeln mitgewirkt.

Mahn- und Gedenkstätte Steinwache
Steinstr. 50
44147 Dortmund

Mitwirkung

Der Arbeitskreis braucht Deine Unterstützung!

Wolltest Du immer schon mal wissen, wo die ersten schwulen Kneipen Dortmunds standen? Wie es dort zuging und wer dort verkehrte? Wie war es, als schwuler Mann zu leben, bedroht vom Paragraphen 175, der schwulen Sex zwischen erwachsenen Männern mit Gefängnis und Zuchthaus bedrohte. Oder als lesbische Frau, umstellt von Verdächtigungen und Nachstellungen. Wie erging es Jugendlichen, die merkten, anders als die andern zu sein? Was unterschied sie von den heutigen lesbischen und schwulen Jugendlichen?

Wenn Du Interesse an schwuler und lesbischer Geschichte hast, bist Du bei uns herzlich willkommen. Es ist gleich, wer Du bist, gleich welchen Alters, welchen Geschlechts, welchen Bildungsgrades. Du brauchst kein Vorwissen mitzubringen, nicht Geschichte studiert zu haben. Melde Dich bei uns unter geschichte@slado.de.